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Die Geschichte des Weines

Wann und Wo wirklich erstmals aus Trauben Wein erzeugt wurde, kann nur vermutet werden. Sicher ist, dass nicht in allen Gebieten, in denen Wildreben wuchsen, auch Wein erzeugt wurden. Eines steht aber fest: die Geschichte und Geschichten rund um den Wein sind interessant und spannend.  

  • Die Rebe - Pflanze aus der Urzeit   

Die Urform unserer Weinrebe war, wie fossile Funde die bis ins Tertiär zurückreichen zeigen, in ganz Europa, in Nordamerika und in Japan verbreitet. Pflanzen, die hingegen unseren heutigen Reben im wesentlichen gleichen, traten erst in den obersten Ablagerungen des Tertiärs auf und wurden bisher ausschließlich in Griechenland und Italien gefunden.

Diese Wildrebe (Vitis vinifera silvestris) mit ihren kleinen blaugefärbten, säuerlich-herb schmeckenden Beeren wird auch heute noch in guten Jahren in den Auwäldern am Rhein, im Kaukasus, in Bosnien und sogar in manchen Teilen Österreichs eifrig gesammelt und zumeist zu medizinischen Zwecken aber auch zu Traubenkuchen und ähnlichem verarbeitet. 

  • Die Weinbereitung in ihren Anfängen 

Der Ursprung der Weinbereitung und der Kultur des Weines liegt vermutlich in den an Wildreben reichen Flusstälern Vorderasiens. Die dort ansässige indogermanische Völkerschaften gelten als Urväter des Weinbaues und der Weinkultur. Altägyptische Tempelbilder und assyrische Dokumente lassen darauf schließen, dass diese Völker bereits um 3500 v. Chr. die Weinbereitung kannten. In der Mitte des 2. Jahrtausends dürfte der Weinbau durch die Phönizier nach Griechenland gekommen sein. Das bezeugen Ablagerungen von Orchomenos aus dem Jahr 1700 bis 1500 v. Chr., wo Kerne der noch jetzt kultivierten Rebsorten gefunden wurden. Auch die großen Epen der Antike, die Ilias und die Odysee, lassen einen hohen Stand der Weinkultur im antiken Griechenland vermuten. Dort verdrängte der Wein den dazumal gebräuchlichen Mettrank aus Honig.

  • Kolonisten verbreiten den Weinbau 

Mit der griechischen Kolonialisierung des Mittermeerraumes gelangte der Wein und seine Kultivierung schließlich auch nach Italien und Südfrankreich, von wo sich der Weinbau durch die Römer bis ins heutige Frankreich und Deutschland ausbreitete. Die römischen Kolonisten lehrten den dort ansässigen Volksstämmen den Weinbau. Ausdrücke wie Wein (vinum), Winzer (vinitor), Most (mustum), Keller (cellarium) lassen den römischen Einfluss in der heutigen Sprache weiterleben. 

  • Der Einsatz von Kaisern und Mönchen   

Die Völkerwanderung bedeutete für den Weinbau einen starken Rückschlag, von welchem sich der mitteleuropäische Raum erst wieder unter den deutschen Kaisern erholte. Insbesondere Kaiser Karl der Große ließ aus dem Burgund große Mengen an Reben nach Deutschland bringen und errichtete Musterwirtschaften. Auch die Klöster waren im höchsten Maße an der Kultivierung des Weinbaues beteiligt. Bereits im 10. Jahrhundert brachten Mönche den Weinbau nach Sachsen, im 11. Jahrhundert nach Thüringen und im 12. Jahrhundert nach Brandenburg. Die größte Ausdehnung erreichte der deutsche Weinbau im 15. Jahrhundert.

An die Güte des Weines stellte man naturgemäß noch keine so großen Anforderungen. Er wurde warm und gesüßt getrunken. Im 16. Jahrhundert ging der Weinbau in Deutschland wieder zurück. Die milden, süßen Weine Südeuropas verdrängten die unharmonischen, sauren Weine aus dem Norden. Der 30-jährige Krieg bedeutete schließlich auch für den blühenden Weinbau Deutschlands einen starken Einbruch. In Österreich hingegen konnte sich der Weinbau behaupten. Ab dem 18. Jahrhundert wurden bereits - neben den ertragsstarken Sorten - Edelsorten wie Riesling, Traminer und Burgunder angepflanzt und kultiviert. Damals führte man die noch heute übliche Lagebezeichnung ein und begann, die Weine in Flaschen abzufüllen. Zudem hatten die Weinbauern bereits die positive Auswirkung der Edelfäule sowie der späten Lese entdeckt. 

  • Krankheiten und Schädlinge schwächen den Weinbau  

Durch Krankheiten und Schädlinge, die aus Amerika eingeschleppt wurden, erlitten die Weinbauern katastrophale Verluste. Der echte Mehltau (Oidium), die Blattfallkrankheit (Peronospora) und die Reblaus richteten große Schäden an. Erst durch die Einführung von Bekämpfungsmitteln und -methoden konnte die Gefahr der völligen Vernichtung des europäischen Weinbaues gebannt werden. Die Zunahme des Bierverbrauches sowie die Einfuhr südländischer Weine sorgte trotzdem weiterhin für starken Druck auf die Weinbauern. Durch die Autarkiebestimmungen des Dritten Reiches und durch den Zweiten Weltkrieg konnte der Absatz der deutschen Weine längerer Zeit zu guten Preisen gesichert werden. Die steigende Reblausverseuchung bedingte eine Umstellung des gesamten Weinbaues auf reblausresistente Pfropfreben, welche für die Weinbauer einen erheblichen Mehraufwand an Arbeit und Kosten bedeutete. 

  • Österreich heute - klein aber fein 

Österreich zählt heute zu Europas kleineren Weinbauländern. Im Inland kann die Produktion insbesondere bei Weißwein den Eigenbedarf vollständig decken sowie beachtliche Mengen exportieren. Eingeführt werden hauptsächlich Rotweine sowie billige Tafelweine und ausländische Spezialitäten. Heute stehen einem durchschnittlichen Produktionsvolumen von 2,5 Millionen Hektoliter Wein jährliche Importe von 520.000 Hektoliter und Exporte von 300.000 Hektoliter (Daten aus dem Jahr 2001) gegenüber. Trotz der relativen Kühlheit gegenüber führenden Weinbauländern hat Österreich bedingt durch Klima und Lage bei der Erzeugung von spezifischen Qualitätsweinen echte Absatzchancen auf den internationalen Märkten.