Weinländer
Regionen & Rebsorten in Ungarn
- Das Nordmassiv
Die bekannteste und prestigeträchtigste Weinbauregion Ungarns beherbergt die Rebflächen, auf denen das Traubenmaterial für die weltweit berühmten Exportschlager Erlauer Stierblut und Tokaji stammen.
Die Weingärten der Region Eger liegen an den Hängen des Bükk-Gebirges. Hier wachsen die Rebsorten Kékfrankos (Blaufränkisch), Kadarka, Blauburgunder, Kékmedoc, Zweigelt, Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon, Merlot sowie Pinot Noir. All diese Traubensorten sind für die Bereitung des Erlauer Stierblut ("Bikáver") zugelassen, dürfen aber nie mehr als einen Anteil von 50% haben. Die traditionell wichtigste Rebsorte für diesen Wein ist die heimische Kékmedoc.
Der Wein Tokaji ist nach der Stadt Tokaj benannt (das angefügt "i" bedeutet "aus" Tokaj). Er gilt als einer der besten edelsüßen Weine der Welt.
Gekeltert wird er aus den Rebsorten Furmint und Hárslevelü, wobei erstere als qualitativ wesentlich hochwertiger gilt. Die besten Tokaji-Weine werden demzufolge zu 100% aus Furmint produziert.
Es existieren verschiedene Stile des Tokajis. Die wichtigste Variante ist der Tokaji-Aszú, der aus edelfaulem Traubenmaterial gewonnen wird. (Der Name Aszú entspricht also in etwa dem österreichischen begriff Ausbruch). Bei der Herstellung wird zunächst das Lesegut nach gesunden und edelfaulen Trauben selektiert. Die gesunden Trauben werden zu einem trockenen Grundwein vergoren, die edelfaulen Trauben zunächst gelagert. Später werden diese dann zu einer Paste verarbeitet und dem Grundwein zugeführt, um ihm die gewünschte Süße zu verleihen. Der Süßegrad hängt von der Menge der verwendeten Paste ab und wird traditionell in "puttonyos" gemessen. Auf den Etiketten finden sich folgende Angaben:
3 puttonyos: 60 g/l Restzucker
4 puttonyos: 90 g/l Restzucker
5 puttonyos: 120 g/l Restzucker
6 puttonyos: 150 g/l Restzucker
Tokaji-Weine reifen in der Regel 3-6 Jahre in Fässern. Sie sind meist bernsteinfarben und zeichnen sich durch eine gute Säurestruktur sowie intensive Aromen nach Aprikosen, Orangenmarmelade und Honig aus.
- Transdanubien
Der westliche Teil Ungarns zwischen der österreichischen Grenze und der Donau umfasst 14 verstreut liegende Weinbaugebiete. Der Einfluss von Balaton (Plattensee), Neusiedler See und Donau wirkt sich hier positiv regulierend auf das kontinentale Klima aus.
Nördlich des Balaton finden sich vulkanische Böden, auf denen die heimische Rebsorte Kéknyelü gut gedeiht. Auch Olaszriesling, wie der Welschriesling hier genannt wird, und viele westliche Rebsorten werden kultiviert.
Weiter nordwestlich befindet sich die Region Sopron. Sie bildet sozusagen die Verlängerung des österreichischen Weinbaugebietes Neusiedlersee-Hügelland. Viele österreichische Winzer besitzen hier Dependancen. Die Region gilt als hervorragendes Rotweingebiet. Die wichtigsten Rebsorten sind Kékfrankos, Cabernet Sauvignon, Merlot und Pinot Noir.
Ganz im Süden von Transdanubien nahe der Grenze zu Kroatien liegt Villány. Dank des hier vorherrschenden mediterranen Klimas mit langen, heißen Sommern gedeihen auch hier insbesondere die roten Sorten sehr gut. Vor allem Cabernet Sauvignon, Kékfrankos (Blaufränkisch), Kékporto (Blauer Portugieser), Nagyburgundy (Pinot Noir) und Zweigelt werden angebaut.
- Das große Tiefland
Die Ebene südöstlich von Budapest umfasst mit seinen Sandböden etwa die Hälfte der ungarischen Weinbaufläche. Als man nach der Reblausepedemie herausfand, dass der Schädling auf sandigen Böden nicht überlebensfähig ist, wurden hier in großem Umfang Anpflanzungen vorgenommen. Es werden vor allem internationale Rebsorten kultiviert, in der Regel stammen aber nur belanglose Qualitäten aus dieser Region.











