DCSIMG
Der Warenkorb ist leer

Rebsorten in Österreich
 

Die Weingebiete Österreichs eignen sich insbesondere für die Weißweinerzeugung. Etwa 70% der österreichischen Rebflächen entfallen auf Weißweinsorten und 30% auf Rotweinsorten. Aufgrund der strengen Anbaubestimmungen werden von den früher rund 200 bodenständigen Rebsorten heute nur noch rund 30 angepflanzt. Hier finden Sie eine kurze Charakteristik der wichtigsten Weißwein- und Rotweinsorten Österreichs:

 

Weißwein

Bild: ÖWM, Faber

Grüner Veltliner

Wächst auf etwa 36% der Gesamtrebfläche Österreichs.

Charakter: Pfeffrige Würze, fruchtig, meist trocken ausgebaut. Mit einem Anteil von rund einem Drittel an der gesamten Weinbaufläche ist der Grüne Veltliner die häufigste Sorte, die in Österreich angebaut wird. Das Qualitätsspektrum des Grünen Veltliner ist sehr weitreichend: es beginnt beim leichten, spritzigen Wein, der am besten jung - als Heuriger - getrunken wird und geht bis zur substanz- und alkoholreichen Spätlese, die auch durchaus lagerfähig ist.
 

Bild: ÖWM, Faber

Welschriesling

Wächst auf etwa 9% der Gesamtrebfläche Österreichs.

Charakter: Feinwürzig, erfrischend, fruchtbetont. Der in Österreichs Rieden seit langem heimische Welschriesling ist mit dem Riesling (Rheinriesling) nicht verwandt. Er liefert in erster Linie frisch-fruchtige Weine, die als Jungweine ihren qualitativen Höhepunkt erreichen - er kann aber auch ausgezeichnete Prädikatsweine hervorbringen, deren Blume und Rasse lange anhält.
 

Bild: ÖWM, Faber

Müller-Thurgau (Rivaner)

Wächst auf etwa 7% der Gesamtrebfläche Österreichs.

Charakter: Leicht muskatig, rund, weich. Diese Sorte verdankt ihren Namen dem Schweizer Botaniker Hermann Müller aus dem Thurgau. Zumeist ist der Müller Thurgau ein säurearmer, runder Wein von leicht muskatartigem Bukett und mildem Geschmackseindruck. Abgesehen von Prädikatsweinen aus dieser Sorte sollte der Müller Thurgau vorzugsweise als Jungwein getrunken werden.
 

Bild: ÖWM, Faber

Weißer Burgunder & Chardonnay

Wächst auf etwa 6% der Gesamtrebfläche Österreichs.

Charakter: Feines Duftspiel, kraftvoll, rassig. Wenn die Trauben Vollreife erlangen, wachsen sie zu einem substanzreichen Weißwein mit feinem, mandelartigem Geschmack und pikanter Säure heran. Diese Rebsorten entwickeln sich zumeist auch sehr gut in der Flasche. Aufgrund ihrer dezenten Art eignen sie sich auch für Cuvées mit anderen Sorten und für die Lagerung in neuen, kleinen Eichenholzfässern (Barrique).
 

Bild: ÖWM, Faber

Riesling

Wächst auf etwa 3,5% der Gesamtrebfläche Österreichs.

Charakter: Vornehmer Duft, feine Nuancen, Rasse. In guten Weinjahren gehört der noble Riesling aus Österreichs Spitzenlagen unbestritten zu den weltbesten Repräsentanten dieser Rebsorte. Sein charmantes Bukett besitzt zumeist zarte Nuancen von Pfirsich, Aprikosen und Zitrusfrüchten. Am Gaumen wirkt der Riesling wegen seiner pikanten Säure sehr rassig und anhaltend; er entwickelt sich kontinuierlich und ist daher sehr gut lagerfähig; dies gilt im besonderen für die raren Spät- und Auslesen (oder die Wachauer Smaragdweine).

Bild: ÖWM, Faber

Neuburger

Wächst auf rund 2% der Gesamtrebfläche Österreichs.

Charakter: nussartig, voll, mild. Der Überlieferung nach hat die Donau Österreich diese ureigene Sortenspezialität geschenkt. So soll im Jahre 1850 in der Wachau eine unbekannte Rebe angeschwemmt worden sein, die von den Weinbauern dann angepflanzt und Neuburger getauft wurde. Der Neuburger erbringt vornehm-zurückhaltende, manchmal im Duft etwas neutrale Weißweine von kraftvoller, aber milder Art; charakteristisch ist sein feiner, nussartiger Geschmack.
 

Bild: ÖWM, Faber

Muskat-Ottonel

Wächst auf rund 0,8% der Gesamtrebfläche Österreichs.

Charakter: Intensives Bukett, traubig, mild. Je nach dem Reifestadium der Trauben ist das muskatartige Bukett mehr oder weniger ausgeprägt; auf Grund der niedrigen Säure wirkt der Muskat Ottonel sehr mild und geschmeidig. Er eignet sich in seiner trockenen, jung zu genießenden Spielart als Aperitif oder in der Variante des süßen Prädikatsweins als Begleiter zum Dessert.
 

Bild: ÖWM, Faber

Traminer

Wächst auf etwa 0,8% der Gesamtrebfläche Österreichs.

Charakter: Intensives Aroma, gehaltvoll, sanft. Dieser hocharomatische Weißwein ist an seinem intensiven Duft nach Rosen und Dörrobst zu erkennen. Vom Traminer gibt es in Österreich drei Spielarten: den deutlich überwiegenden Roten Traminer, den besonders würzigen Gewürztraminer und den nahezu ausgestorbenen Gelben Traminer. Trotz ihres niedrigen Säuregehalts vermögen die Traminer verlässlich zu reifen; sie können auch interessante Prädikatsweine ergeben.
 

Bild: ÖWM, Faber

Zierfandler (Spätrot) und Rotgipfler

Wächst auf etwa 0,5% der Gesamtrebfläche Österreichs.

Charakter: Nussige Würze, kräftig, elegant. Schon in mittleren Weinjahren erreicht diese Rebsorte rasch Qualitäten von der Spätlese aufwärts. Typisch sind das Bukett nach Mandeln und Pistazien sowie die Fülle und Eleganz am Gaumen. Der Zierfandler kann aufgrund seiner kräftigen Säure auch relativ lange reifen; dies gilt umso mehr für die Prädikatsweine. Mit seinem Pendant von der Südbahn (= Weinbaugebiet Thermenregion), dem Rotgipfler, wird er oft zur Cuvée verschnitten, die dann als Spätrot-Rotgipfler bezeichnet wird. Immer wieder wird die Rebsorte Zierfandler mit der vor allem in Kalifornien angebauten Rebsorte Zinfandel verwechselt. Es sind dies jedoch zwei völlig eigenständige Rebsorten.

Bild: ÖWM, Faber

Sauvignon Blanc (Muskat-Sylvaner)

Wächst auf etwa 0,6% der Gesamtrebfläche Österreichs.

Charakter: Schotige Würze, lebhaft pikant. Die gegenwärtige Auspflanzungswelle lässt vergessen, dass diese Rebsorte schon vor mehr als hundert Jahren in Österreich ausgepflanzt wurde. Ihre paprizierte Würze wird bei hoher Reife von Aromen nach Spargel und Cassis abgelöst. Sehr frisch und anregend bei rassiger Säurestruktur, ist der Sauvignon, ein eleganter, fruchtiger Wein von unverwechselbarem Charakter, der auch mittelfristig, lagerfähig ist.
 

Rotwein

Bild: ÖWM, Faber

Blauer Zweigelt

Wächst auf etwa 9% der Gesamtrebfläche Österreichs.

Charakter: Kirschfrucht, charmant, samtig. Die Sortenbezeichnung geht auf den österreichischen Züchter Prof. Zweigelt zurück, dem diese erfolgreiche Kreuzung von Blaufränkisch mit St. Laurent gelang. Als Jungwein besitzt der Zweigelt ein ausgeprägt fruchtiges Bukett, das mit der Reife runder und feiner wird. Die Qualitäten reichen vom jung zu trinkenden, leichten Tischwein bis zu kraftvollen Lagerweinen. Die solide Zweigeltrebe vermag in allen heimischen Rotweingegenden gute Resultate zu erzielen und gilt daher zurecht als die österreichische Rotweinhoffnung.
 

Bild: ÖWM, Faber

Blaufränkisch

Wächst auf etwa 5,5% der Gesamtrebfläche Österreichs.

Charakter: Dunkelbeerig, herb-würzig, mittlerer Tanningehalt. Der Name des Blaufränkischen stammt wahrscheinlich aus der Zeit Karls des Großen, als alle wertvollen Sorten als fränkisch klassifiziert und die minderen als hunnisch bezeichnet und eliminiert wurden. Diese österreichische Spezialität liefert einen in der Jugend ungestümen, tieffruchtigen Rotwein, der durch die Lagerung samtiger und geschmeidiger wird und zusätzliche Facetten gewinnt.
 

Bild: ÖWM, Faber

Blauer Portugieser

Wächst auf etwa 5% der Gesamtrebfläche Österreichs.

Charakter: Traubig, mild, wenig Gerbstoff. Der Blaue Portugieser soll durch einen Weinhändler aus Porto nach Niederösterreich, genauer gesagt Bad Vöslau, gekommen sein. Da sich diese Rebsorte sehr rasch entwickelt, sollte sie im allgemeinen jung getrunken werden. Speziell in der Thermenregion können in guten Jahren milde und saftige Rotweine mit weichem Tannin und angenehmem Veilchenduft gewonnen werden.
 

Bild: ÖWM, Faber

Blauer Burgunder (Pinot Noir)

Wächst auf etwa 1% der Gesamtrebfläche Österreichs.

Charakter: Dezente Blume, elegant, weiches Tannin. Die Rebsorte, die den Rotwein des Burgund berühmt gemacht hat, ist trotz einiger Neupflanzungen in Österreich noch immer unterrepräsentiert. Der Pinot Noir besitzt ein sehr feines Bukett, das sich schwer umschreiben lässt: am ehesten erinnert es an Himbeeren oder Mandeln. Im Geschmack besitzt der Blauburgunder viel Fruchtcharme und Eleganz. Er ist trotz seiner zarten Struktur lagerfähiger, als viele Weinfreunde annehmen.
 

Bild: ÖWM, Faber

Blauer Wildbacher (Schilcher)

Wächst auf etwa 1% der Gesamtrebfläche Österreichs.

Charakter: Grasig, pikante Würze, sehr säurereich. Der vielleicht eigenständigste, sicher aber urigste Roséwein Mitteleuropas gedeiht fast ausschließlich im Weinbaugebiet Weststeiermark. Nur auf den Schieferböden am Fuße der Koralpe offenbart er sein unnachahmliches, grasig-kräuterwürziges Bukett. Im Geschmack dominiert stets die rassige Säure. Der überaus spritzige Wein aus der Wildbacher-Rebe sollte jedenfalls ganz jung genossen werden. Seine Bezeichnung verdankt er seiner schillernden Farbe, die vom blassen Graurosé bis zum kräftigen Erdbeerrot reichen kann. Der Schilcher eignet sich besonders gut als Aperitif oder Begleiter einer deftigen Jause.