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Journal Stories

Whisky von den Inseln

Über die Whiskys der schottischen Hebriden – und ihre Wirkung auf einige Besucher.

Whisky – heute wie damals

Wir haben Zeugen: Robert Burns etwa, den schottischen Nationaldichter, und Samuel Johnson, besser bekannt als Dr. Johnson, ein Poet, Essayist, Moralist, Kritiker und Lexikograf, ebenfalls. Immer wieder war Burns auch auf den gischtumtosten Inseln der Hebriden zu Gast, man aß und trank rustikal wie hemmungslos (Burns war ja alles andere als ein trockener Untertan: "Freiheit und Whisky gehören zusammen" war sein Leitspruch), und anderntags brauchte man natürlich einen Reparaturdrink. Kingsley Amis empfi ehlt in seiner wunderbaren Anleitung "Anständig trinken" diese Katermittel: "Mischen Sie sich unter die Minenarbeiter der Frühschicht in einer Zeche Ihrer Wahl"; oder: "Füllen Sie einen Tumbler randvoll mit süßem Likör, der anstelle des Frühstücks eingenommen wird".

Wir lassen an dieser Stelle den Likör mal im Glas und wenden uns wieder Dr. Johnson zu. Johnson, ein Abstinenzler an sich, sah nämlich Denkwürdiges auf seiner Reise: "Ein Mann von den Hebriden trinkt schon am Morgen ein Glas Whisky; es handelt sich jedoch keineswegs um einen trunksüchtiger Volksstamm, jedenfalls habe ich nicht viel Unmäßigkeit erlebt; dennoch ist kein Mann so maßvoll bescheiden, auf seinen Morgenwhisky zu verzichten." So gestärkt, geht der Hebride in seinen Arbeitstag. Schließlich – das ist das Schöne daran – hat er rundum eine ausreichende Anzahl hervorragender Destillerien, die feinsten Stoff zum Leben in Freiheit produzieren.

Salzige, von Seetang und Torfaromen geschwängerte Luft beherrscht die sieben Inseln, auf denen nach alten, gewachsenen Methoden Whisky gebrannt wird. Von den insgesamt nur 14 Destillerien der Hebriden liegen allein acht auf Islay, je eine auf Arran, Jura, Mull und Skye, und zwei auf Orkney. Und alle haben ihre eigenen, manchmal geradezu individuellen Noten mit spezifi schem Tiefgang.

Die Orkney-Inseln

Fangen wir mit den Orkneys an: An der nördlichsten Spitze Schottlands liegt die Inselgruppe, mit dem Atlantischen Ozean im Westen und der Nordsee im Osten. Mainland, die größte Insel, vermittelt einen sehr intensiven Eindruck von Meer und Himmel, da sie überwiegend fl ach und baumlos ist; es ist kaum auszumachen, wo der Himmel aufhört und das Meer beginnt. Auf Hoy dagegen ist das Land zerklüfteter und erhebt sich bis auf 400 Meter über den Meeresspiegel. Die fruchtbaren Wiesen der "dunklen Inseln" sind übersät mit wilden Blumen, und wenn das Heidekraut zu blühen beginnt, scheinen das Moor und die niedrigen Hügel purpurn zu leuchten. Orkney-Whiskys duften nach Seeluft, die in die hölzernen Fässer eindringt, während sie zur Reifung nahe der Küste lagern. Der Inseltorf besteht überwiegend aus Heidekraut, und das verleiht dem Whisky einen honigartigen Geschmack. Die Whiskys von Highland Park und von Scapa ähneln sich insofern, als sie einen ausgeprägt salzigen Charakter haben, von süßen Noten mit Malz-, Schoko- und Honigtönen abgefedert sind und mit einer trockenen Rauchigkeit schön ausbalanciert werden.

Skye, Mull und Jura

Skye, die größte Insel der Hebriden, verfügt nur über eine Destillerie, nämlich Talisker. Die Whiskys von Talisker wirken auf kundige Gaumen "wie die Lava der Cuillins", der eindrucksvollen Berge von Skye – mit einem zumeist vollen Körper, einer cremigen Struktur mit rauchig-würzigem Geschmack und einem präsenten Ausklang nach schwarzem Pfeffer. Mull ist nach Skye die zweitgrößte Insel der Inneren Hebriden und landschaftlich sehr vielfältig. Jede dieser Inseln ist eine kleine Welt in sich mit einer eigenen Ausstrahlung und Atmosphäre. Sportliche Wanderungen führen zu den schönsten Plätzen – zu einsamen Seen, entlang spektakulärer Steilküsten mit gewaltigen Basaltfelsen sowie ins imponierende Ben-More- Gebirge.

Salzig und mit einer frischen Nase nach Leder und Torfrauch präsentiert sich der Ledaig 1990, der in der Tobermory-Destillerie auf Mull produziert wird. Ziemlich ähnlich, wenn auch von einer malzigen Süße mit Anklängen an geröstete Erdnüsse dominiert, ist der Tobermory 10 Years – ein wunderbarer Einstieg in die Bilderbuchwelt von Mull.

Die südlichsten Hebriden-Inseln Jura und Islay liegen einigermaßen abseits der Touristenpfade. Sie besitzen den Charme vergangener Zeiten und bestechen durch ihre herbe, urtümliche Schönheit. Obwohl nur durch einen engen Meeresarm getrennt, könnten diese zwei reizvollen Inseln nicht unterschiedlicher sein. Eine kleine Fähre ermöglicht das problemlose Pendeln zwischen den beiden Inseln.

Als Johnson und sein Biograph James Boswell vor über 200 Jahren die Hebriden bereisten, war die Lage auf den Inseln nicht viel anders als heute. Auf der wilden, ungezähmten Insel lebten und leben nur rund 200 Menschen. Angesiedelt entlang der milden, von den Atlantikstürmen verschonten Ostküste – ansonsten ist die Insel völlig unbewohnt und bietet ein ideales Umfeld für rund 5.000 Rothirsche, ein Dutzend Steinadlerpaare sowie für eine erkleckliche Anzahl von Whiskyfans. Eine einzige, mit Gras bewachsene Straße verbindet die winzigen Weiler. Abseits dieser Straße, am Fuße der mystischen Berge "Paps of Jura" oder am entlegenen schneeweißen Sandstrand von Glenbatrick, ist es leicht zu vergessen, dass der Rest der Welt existiert. Vielleicht gerade deswegen entschied sich auch George Orwell dafür, im Norden Juras zu wohnen, während er sein beklemmendes Meisterwerk "1984" schrieb.

Islay

Vergleichsweise lieblich ist dagegen das nur einen Steinwurf von Jura entfernte Islay (sprich: Ei-la). Dramatische Steilküsten mit wild romantischen Sandbuchten säumen die einsame Westküste, kleine Quarzitberge, fruchtbare, grüne Weiden und Torfmoore ergänzen das Landschaftsbild. Moor, Meer, Heckenrosen, Heidekraut, Seetang und Whisky – das ist die Fototapete von Islay. Und Whiskybrennen gehört auf Islay von jeher dazu. Mit dem reichlich vorhandenen Torf, den fast unbegrenzten Wasservorräten und der vor Ort angebauten Gerste bietet Islay alles, was die Brennereien auf der Insel brauchen, um ihre sehr unterschiedlichen Malts zu destillieren. Kaltes, reines Wasser sprudelt aus dem Boden und über Felsen, ergießt sich in einsame Teiche und fl ießt über Berghänge ins Meer.

Im Unterschied zu dem Torf, der auf dem schottischen Festland gestochen wird, setzt sich der auf Islay vor allem aus zersetztem Heidekraut, Moosen und Gräsern zusammen. Die gemälzte Gerste, die über einem Torffeuer getrocknet wurde, hat daher einen ganz eigenen Geschmack und ein sehr spezifi sches Aroma.

Manchmal glaubt man sich in einer Selchkammer des Gailtales, manchmal im Dentallabor einer Zahnklinik, manchmal im Zigarrengeschäft auf der Bahnhofstraße von Zürich. Aber fast immer weiß Mann und Frau, wo die Nase drinsteckt: in einem Glas Islay-Whisky. Einzigartige, komplexe Destillate reifen da auf der Hauptinsel aller Whiskyfans. Salzig, mit Einflüssen von Seetang und Terpentin, nasses Tauwerk kann man riechen und schmecken, ebenso Jod und Torfrauch, süßliche Minze kann dazukommen, neben geräucherten Austern und gut abgelegenem Wildbret. Alle Aromen des Torfs.

Es muss wohl hier gewesen sein (so genau ist das nicht zu bestimmen), wo Dr. Johnson sich Notizen über seine schon erwähnten Beobachtungen machte. Er beschrieb, wie den Gästen schon morgens, kurz nach dem Aufwachen, vier aufeinanderfolgende Whiskys angeboten wurden: "Ein volles Glas noch im Liegen, gefolgt von einem Whisky bei aufgestütztem Ellenbogen, dann ein Schluck ,barfuß‘, und noch einer, während man auf das Frühstück wartete."

So gesehen sind wir ja doch ganz schön maßvoll und bescheiden, wenn wir uns mit nur einem Gläschen vom Hochprozentigen zum Frühstück begnügen.

Slàinte mhath – wünscht jedenfalls Ihr Vene Maier

 
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