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Wein 2.0 - Wein im sozialen Netz
Früher brauchte man zum Weintrinken nur ein Glas und einen Korkenzieher. Und manchmal nicht mal das. Heute ist das anders – da gehört zur Ausstattung ein Notebook, eine Webcam und ein Internetanschluss dazu.
Von Michael Hrobath*
Beim Weingenuss im Internet-Zeitalter wird beim Trinken gefilmt, gebloggt, geschrieben und bewertet. Immer mehr Weinliebhaber tummeln sich im Netz und man organisiert Verkostgruppen, tauscht Weinbeschreibungen und Erfahrungen aus, bewertet, kauft, verkauft, liest, schaut und hört. All das findet täglich statt und die Anzahl an Blogs, Videos und Tweets steigt rasant an. Auch die Stunden, die User vorm Computer anstatt vorm Fernseher oder mit Büchern verbringen, werden stetig mehr. Videos von exzentrischen Weinbeschreibern wie Gary Vaynerchuk (winelibrary.com) oder Marlene Duffy (bottleplot.com) erreichen Millionen User aus der ganzen Welt. In Blogs oder Foren wird heftig über neue Bordeaux-Jahrgänge, zu hohe Parker-Bewertungen oder einfach nur über den besten Wein zum Schnitzel diskutiert.
Das Social Web bietet unzählige Möglichkeiten, sich interaktiv und kollaborativ mit dem Thema Wein auseinanderzusetzen. Die derzeit größte Plattform ist Facebook, wo sich alles um Kommunikation und Vernetzung zwischen den Usern dreht. Viele Weinliebhaber, Winzer, Weinmedien und Händler haben ihren eigenen Facebook-Account und nutzen die Möglichkeiten des sozialen Netzwerks voll aus. Als Onlineshop ist die Weinwelt mit ihren zahlreichen Fans natürlich mittendrin.
Doch nicht nur die Möglichkeiten von Facebook, Blogs, YouTube und Co machen’s aus. Die Weinwelt hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt. Wein wurde vom Lebensmittel zum Genuss- und Lifestyleobjekt. Wein ist Entertainment, man verkostet, anstatt die Dopplerflasche leer zu trinken. Wein ist nicht mehr nur Speisebegleiter sondern sorgt für ordentlich Gesprächsstoff am Tisch. Die Weinsprache hat sich durch die Prinzipien der neuen Medien natürlich auch geändert. Waren Weinbeschreibungen und Diskussionen früher ausgebildeten Fachleuten unter Verwendung von möglichst viele Fachbegriffen vorbehalten, gehen Weintrinker heute viel unkomplizierter und selbstsicherer an das Thema heran. Durch all diese Entwicklungen sorgt eine neue Generation von Weintrinkern für einen noch nie da gewesenen Weintrend. Es passiert viel Spannendes und alle, die immer noch nicht dabei sind, sollten sich unbedingt reinklicken.
* Mag. Michael Hrobath ist Chefredakteur des Weinjournals











