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Journal Stories

Die perfekte Weinverkostung zu Hause

Wein ist ein unterhaltsames und spannendes Thema. Mit einer Verkostung zu Hause lassen sich besonders vergnügliche Stunden im Kreise weinbegeisterter Freunde verbringen. Was es dazu braucht und worauf es ankommt: Hier ein kleiner Leitfaden.                                                

Von Petra Bader

Die Wahl der Weine

Jede gute Verkostung beginnt mit der Organisation der Weine. Stellen Sie die Probe unter ein Motto. Beispielsweise: Weißweine aus verschiedenen Rebsorten, jedoch vom selben Jahrgang. Dabei lassen sich sehr gut die Aromaunterschiede von Riesling, Weißburgunder und Co herausfinden. Ordnen Sie die Weine in der Regel von weiß nach rot, von leicht nach kräftig und von jung nach gereift an. Falls Sie sich darauf konzentrieren wollen, nach welchen Aromen ein Wein duftet, ist es spannend, die Verkostung mit einer kleinen Sensorikvorbereitung zu beginnen. Dazu bereiten Sie Schälchen mit Honig, Vanille, Beeren, geschnittenen Äpfel und vielen mehr vor. Das Riechen daran weckt die Erinnerung und die Aromen lassen sich anschließend im Wein leichter nachvollziehen.

Schaffen Sie gute Voraussetzungen

Für eine Weinprobe in den eigenen vier Wänden braucht es neben den Weinen dann nicht mehr viel. Zuerst bedecken Sie den Tisch mit einer weißen Tischdecke. Auf einem weißen Hintergrund sind die Farbe und Klarheit eines Weines am besten zu bestimmen. Der Verkostungsraum sollte hell sein, im Idealfall mit Tageslicht. Eine romantische Stimmung mit (wenig) Kerzenlicht ist leider ungeeignet. Die Küche ist aufgrund der Fremdgerüche durchs Kochen ebenso wenig passend wie der Weinkeller. Auf Aftershave oder Parfüm sowie aufs Rauchen sollte während der Probe verzichtet werden.

Und die Gläser? Sie sollten bauchig sein (bei kräftigen Weinen mehr, bei leichten Weinen weniger) und sich nach oben verjüngen. So kann der Wein mit genügend Luft in Kontakt kommen, seine Aromen entfalten und diese durch die kleine Öffnung konzentriert an die Nase weitergeben.

Für Gäste, die nicht alle Weine austrinken möchten oder können, empfiehlt es sich, einen Spucknapf vorzubereiten. Um den Gaumen zwischen den einzelnen Weinen zu reinigen, ist klares Wasser wichtig. Ungewürztes Weißbrot oder Grissini eigenen sich ebenfalls, um zu neutralisieren. Die beliebte Kombination von Käse und Wein sollte frühestens nach der Verkostung gereicht werden. Käse hat so viel Eigengeschmack, dass er jede Verkostung stören würde.

Verkosten - aber richtig!

Die richtige Ver­kostungs­technik

Für das richtige Weinprobieren brauchen Sie Ihren Seh-, Geruchs- und Geschmackssinn und Ihr Erinnerungs­vermögen. Mit der Bestim­mung der Farbe kann die Verkostung beginnen. Halten Sie dabei das Glas leicht schräg gegen den weißen Hintergrund. Zeigt sich der Weiß­wein hell- bis leicht grüngelb, ist er jugendlich, tendiert die Farbe in Richtung Gold, so haben Sie es in der Regel mit einem gereiften oder kräftigeren Wein zu tun. Junger Rotwein schimmert violett oder bläulich, reifere werden mitunter ziegelrot.

Jetzt geht es ans Schnuppern: Dazu das Glas vorsichtig kreisen, sodass der Wein nach Möglichkeit die gesamte Glasfläche benetzt. Die Aromen werden so in Verbindung mit Sauerstoff freigesetzt. Zunächst werden Sie sehr vieles Bekanntes wahrnehmen, aber nicht benennen können. Mit mehr Übung wird es jedoch immer einfacher. Für den Beginn bietet es sich an, den Duft in Kategorien einzuteilen. Also: ­fruchtig, blumig, vegetabil, würzig oder holzig. Anschließend konkreter: Um welche Frucht handelt es sich, dunkel oder hell, gekocht, getrocknet oder frisch? Ebenso funktioniert es auch mit Blumen oder Gewürzen.

Nun darf geschlürft werden. Der Gaumen ist mit der Nase retronasal verbunden, sodass auch im Mund Aromen wahrnehmbar sind. Nehmen Sie einen Schluck und ziehen Sie mit spitzen Lippen Sauerstoff dazu. Jetzt ist schlürfen und schmatzen erlaubt. Durch diese "Unarten" wird der Wein im Mund deutlich schmeckbar. Außerdem gibt die Zunge Aufschlüsse über den Wein. An ihrer Spitze lässt sich Süßes, am Zungenrand Säure, an den hinteren Rändern Salzigkeit und am Ende der Zunge Bitteres feststellen.

Zum Abschluss bilden Sie sich Ihr eigenes, ganz persönliches Urteil. Nur so ist es möglich, mit der Zeit seinen eigenen Geschmacksstil zu erkennen. Eine gute Hilfe und schöne Erinnerung ist es, ein Ver­kostungsnotizbuch anzulegen. Darin können Sie die Eindrücke über probierte Weine niederschreiben. So entsteht nicht nur eine wertvolle Sammlung spannender Weinerlebnisse, sondern auch ein gutes, sehr persönliches Nachschlagewerk.