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Trednsetter Rosé - Think pink, drink pink
In lauen Sommernächten ist der Rosé ein perfekter Begleiter – nicht nur wegen seiner coolen Trendfarbe, die perfekt zur knallig-bunten Sommermode passt, sondern vielmehr wegen seines fruchtigen und leichten Charakters.
Von Herwig Steinkellner
Nichts steht in diesem Sommer so hoch im Kurs wie ein Glas luftig-leichter und unkomplizierter Rosé. Glauben Sie mir, dieser Trend ist nicht mehr aufzuhalten. Noch vor fünf Jahren galt Rosé als Wein für Ahnungslose und Britinnen. Mittlerweile ist der fruchtig-frische Rosé das Trendgetränk schlechthin. Die heimischen, rot-weiß-rot geprägten Winzer haben den Zug der Zeit längst erkannt. So wurde das sympathische Familienweingut Mad – Roséwein-Pionier aus Oggau im Burgenland – heuer schon wieder mit der "Sommerwein"-Goldmedaille der Weinwelt gekürt. Der grandiose 2008er-Pink-Bliss hatte dabei schon vor Saisonstart alle Nachfragerekorde gebrochen.
Ein Rosé vermittelt das wohlig-warme Gefühl von Ferien, Sonne und Sommerlaune. Er ist ein sympathischer "Feel-Good"-Wein, der, um es poetisch auszudrücken, die Tyrannei der Zeit schon beim ersten Schluck aufhebt. Bei dem die Stunden nur so vorbeifliegen. Unkompliziert. Süffig. Leicht. Ein echer Kumpel. Runter mit der Krawatte, raus aus den Manolos, rein in die kurze Hose oder ins luftige Kleid: Vergessen Sie alle Förmlichkeit, denn der Rosé lässt sich vor allem in den nächsten Schönwetterwochen sofort trinken, und das zu praktisch jeder Gelegenheit. Wichtiges Detail: Roséweine vertragen – ebenso wie gehaltvollere Weißweine à la Chardonnay oder Pinot Grigio – eine Temperatur von zehn bis zwölf Grad. Für mich sind neun Grad optimal, aber das ist Geschmackssache. Der Jahrgang spielt übrigens praktisch keine Rolle. Sie sollten die Flasche aber nicht länger als ein, zwei Jahre im kühlen Keller lagern. Rosé-Fans wissen: Meist mundet der Wein am besten, wenn die Zeit zwischen Ernte und Genuss sehr kurz ist. Mal geöffnet, kann die Flasche im Kühlschrank ruhig ein, zwei Tage zwischengelagert werden. Nur wer echt uncool ist, lüftet den Rosé im Dekanter – das schaut beeindruckend aus, ist aber nicht nötig. Auf jeden Fall aber sollte er jung und kühl genossen werden.
Alles andere als eine Mischkulanz
Ein weit verbreiteter Irrglaube ist es, dass es sich beim Roséwein um eine wilde Mischung aus Rot- und Weißwein handelt. Für Rosés werden ausschließlich rote Trauben verwendet, die jedoch nur kurz in der Maische gären und wie bei der Weißweinproduktion schnell abgepresst werden. Die zartrosa Färbung erhält der Rosé, weil sich in der kurzen Zeit nur ein geringer Teil der Farbe aus der Traubenschale lösen kann. Dass Roséwein in der Vergangenheit einen nicht gerade berauschenden Ruf hatte, lag daran, dass dieser oft aus jener Traubenlese gewonnen wurde, die für Rotwein nicht mehr gut genug war. Die Qualität der Roséweine hat sich aber stark verbessert, und das bei sympathisch schlank gebliebenen Kosten.
Feuerwerk an Farben und Gerüchen
Rosé wird heute in zwei Ausprägungen angeboten: als leichter, frisch-fruchtiger Wein sowie als kräftiger Wein mit dunklerer Farbe. Je nach Dauer der Maischelagerung und der verwendeten Rebsorte reicht die Farbpalette von Lachsfarben bis Kirschrot. Bevor Sie Ihren Gaumen begeistern, sollten Sie tief und mehrfach Luft holen. Denn gute Rosés duften nach allerlei roten Beeren und Früchten wie Kirsche, Himbeere, Erdbeere oder Johannisbeere – je nach Aromenvielfalt der Rebsorte. Verglichen mit Rotweinen weisen die Weine eine höhere, recht knackige Säure auf, die für eine wunderbare Lebendigkeit sorgt. Da die meisten Rosés im unteren bis mittleren Alkoholbereich ausgebaut sind, sind sie als süffige Sommerweine geradezu prädestiniert.
Ein perfekter Speisenbegleiter
Zur leichten Sommerküche ist ein Glas Rosé geradezu perfekt. Mein persönlicher Favorit zu Geflügel, Fisch, Meeresfrüchten und Salaten ist der Rosé vom Weingut Preisinger. Perfekt sind auch Kombinationen wie Lachsforelle und der Nigl Rosé, der mit seiner Geschmeidigkeit und seinem fruchtigen Bukett begeistert. Auch zu Muscheln oder Meeresfrüchten mundet ein frischer, säurebetonter Rosé vorzüglich. Dank seiner Frische harmoniert Roséwein wie jener vom Weingut Antinori auch wunderbar zu asiatischen und würzig-europäischen Gerichten.
Auch in der Menüfolge ist Rosé sehr flexibel: Wenn Sie Ihren Gästen den wunderbar prickelnden Rosé-Prosecco von La Gioiosa oder die Selection Zweigelt Rosé von Lenz Moser als Aperitif oder zu verschiedenen Vorspeisen wie Melone mit Schinken oder Salat Nicoise servieren, liegen Sie goldrichtig. Zu einem fruchtigen Dessert empfehle ich Ihnen einen halbtrockenen Rosé, zum Beispiel den El Copero Vino Rosaldo. Der Spanier macht auch zu Tapas eine perfekte Figur.
Absolutes Highlight ist aber natürlich Champagner-Rosé wie jener von Taittinger. Welch frischer Duft! Welch souveräne Eleganz! Es gibt nichts Passenderes zum Aperitiv oder beim genussvollen Picknick. Doch Vorsicht: Die Nachfrage nach Rosé-Schampus übertrifft derzeit das Angebot bei weitem, darum schnell zugreifen!
Mein abschließender Tipp: Think pink – drink pink! Ob beim Grillfest oder beim Picknick, beim romantischen Tête-à-tête in lauer Sommernacht oder beim sommerlichen Dinner an der Seepromenade – im Sommer gehört Rosé ins Glas!











