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Göttliche Geschenke - Wein & Schokolade

Ist denn schon Weihnachten? Natürlich nicht, aber die Verbindung von Schokolade und Wein lässt schnell ins Schwärmen geraten ...

Genuss für die Götter - als das galten und gelten beide, Wein wie Schokolade. Der Kakaobaum war in der aztekischen Mythologie der Baum der Erkenntnis; Griechen und Römer verehrten die Weingötter Dionysos und Bacchus, und auch im Christentum geht es nicht ohne den Rebensaft. Es gibt also sogar religionshistorische Argumente dafür, die Göttergaben Wein und Schokolade miteinander zu verbinden - aber auch ganz handfeste Gründe. Terroir ist zwar ein Begriff, der vornehmlich aus der Welt des Weins bekannt ist, Terroir hat jedoch auch bei Kakao seine Berechtigung: Die Anbauregion verleiht nicht nur Wein, sondern auch Kakao einen ortstypischen, oft spannenden Charakter.

Irdische Versuchung

Wein ist in Europa schon seit Jahrtausenden ein bekannter Genuss, Schokolade erst seit ein paar Jahrhunderten. Hernando Cortés, seines Zeichens spanischer Eroberer, war wohl der erste Europäer, der aztekische xocoatl - ein scharf gewürztes Heißgetränk - probieren durfte. Cortés brachte seinem König die wertvollen Bohnen, und bald war entdeckt, dass die Kombination von Kakao und Zucker gar köstlich schmeckte. Der französische Sonnenkönig Ludwig XIV. war geradezu versessen auf das feine Heißgetränk - und mit ihm weite Kreise der europäischen Reichen und Adeligen. Es sollten aber noch einige Jahre vergehen, bis sich die Mehrheit der Bevölkerung Schokoladiges leisten konnte. Handelserleichterungen, elektrifizierte Produktion und verbesserte Herstellungsweisen machten es möglich.

Im Jahr 1879 entwickelte Rodolphe Lindt ein besonderes Verfahren: Nach dem Rösten der Kakaobohnen werden diese feinst gewalzt; wenn ein Feinheitsgrad von 0,014 Millimetern erreicht ist, wird die Kakaomasse conchiert, das heißt, dass sie in muschelförmigen Behältern (französisch: la conche = Muschelschale) lange gerührt wird, bis sie sich erwärmt und störende Aromen abgibt. In der Conche stellt sich auch der Schmelz ein, der gute Schokolade so unwiderstehlich macht. Je länger conchiert wird, umso edler wird die Schokolade; Hersteller, die etwas auf sich halten, lassen sich bis zu 72 Stunden dafür Zeit. Schokoliebhaber erkennen sorgfältige Herstellung nicht nur am unvergleichlich samtigen Mundgefühl, sondern auch an den glatten Kanten und dem hell tönenden Knacken beim Abbrechen eines Stückchens.

Für wahre Schoko-Freaks fängt der Genuss erst ab 70 Prozent Kakaogehalt an. Je dunkler und bitterer, desto lieber. Dabei muss sich aber niemand schämen, der auf Vollmilch oder weiß steht! Der Gehalt an Kakaobutter und Zucker macht die Sache sanfter - und mancher Wein kann auch damit etwas anfangen. Wer außer Kakao, Kakaobutter, Zucker und sorgfältig ausgesuchten aromatischen Bestandteilen wie echter Vanille nichts in seiner Schokolade haben möchte, sollte auf die Zutatenliste achten: In der EU ist unter anderem die Zugabe von bis zu fünf Prozent anderen tropischen Fetten erlaubt. Viele Hersteller sind aber gerade stolz darauf, strengeren, selbst auferlegten Vorgaben zu folgen.

Auf die Mischung kommt es an ...

Es gibt nur wenige Menschen, die einer guten Schokolade widerstehen können. Einfach so zwischendurch, zum Kaffee oder Tee - oder zur Abrundung eines gelungenen Essens. Die Kombination von Schokolade und Wein kann hier ein besonders schöner Schlusspunkt sein. Und wenn die Abende wieder länger werden, ist es ein ganz besonderes Vergnügen, eine kleine Schoko-Wein-Verkostung zu veranstalten.

Faustregel für den Anfang: Lieber eine kleine, dafür hochwertige Auswahl treffen. Drei bis vier ausgesuchte Schokoladen zu zwei bis drei sorgfältig ausgewählten Weinen, das ergibt sechs bis zwölf Kombinationen - eine Zahl, die gut zu bewältigen ist und schon reichlich Diskussionsstoff liefert.

Wie immer beim Thema "Welcher Wein wozu?" - strenge Regeln lassen sich nicht aufstellen, und das ist auch gut so. Wo bliebe sonst das Vergnügen des Ausprobierens? Ein paar Faustregeln gibt es für das Zusammenspiel zwischen Wein und Schokolade allerdings schon.

Weißweine mit sehr viel Säure oder sehr tanninhaltige Rotweine mögen Schokolade nicht so gern. Das heißt allerdings ganz und gar nicht, dass trocken ausgebaute Weine generell ausscheiden: Chardonnay oder Grauburgunder aus dem Barrique sind eine gute Wahl, auch samtige, volle Rotweine wie Zweigelt oder Merlot. Süßweine gehen mit allen Desserts und eben auch mit Schokolade harmonische Partnerschaften ein. Vin Santo, Madeira, Port, Sherry, Trockenbeerenauslese und Ausbruch - eine ganze Palette süßer Traubenextrakte bietet sich hier an.

In Schokolade finden sich oft ähnliche Aromen wie in Wein: Vanille, Honig, Trockenfrüchte ... Besonders schöne Geschmacksharmonien ergeben sich, wenn Wein und Schokolade ähnliche Aromenstrukturen aufweisen. Versuchen Sie einmal einen Vin Santo zu edler Bitterschokolade, aber auch zu weißer Schokolade kann der süße Italiener Freude machen. Oder edler Port zu zarter Vollmilchschokolade: Das vereint sich auf der Zunge zu feinster Pâtisserie. Im besten Fall entstehen lang anhaltende, wunderschöne Geschmackspartnerschaften - es macht einfach Spaß, die beste Kombination herauszufinden.

Schokolade nach Lust & Laune

Für welche Schokoform Sie sich entscheiden, bestimmt einzig Ihre Lust und Laune. Puristen halten es vielleicht mit ein paar sorgfältig arrangierten Riegeln, Täfelchen, Blättern oder Pastillen: Weiß, Vollmilch, halbbitter, edelherb. Die ganz herben Schokoladen mit Kakaoanteilen von über 85 % sollten übrigens lieber ohne Wein genossen werden: Das wird sonst eine bittere Angelegenheit. Ansprechend ist auch eine kleine Kollektion feinster Pralinen, die auch ruhig ein wenig aromatisiert sein dürfen. Versuchen Sie zart aromatisierte Spezialitäten, um ganz besondere Geschmacksharmonien herzustellen. Probieren Sie zum Beispiel ganz leicht mit Orange gewürzte, feine Vollmilchpralinés zu einem fruchtigen Riesling - da geht die Sonne auf, wenn die Fruchtaromen in der Schokolade mit dem Wein eine wonnige Verbindung eingehen. Oder machen Sie etwas ganz Edles: eine hauchfein mit Pfeffer gewürzte Mousse aus bitterer Schokolade zu einem Pinot Noir. Gerade der Pfeffer lässt Schokolade und Wein harmonieren. Eine sanfte Safranzugabe zu einer weißen Mousse, dazu eine reife, süße Auslese - einfach wunderbar!

Zu Schokolade passen am besten sehr fruchtbetonte Weine mit weichen Tanninen und ausgewogener Säure. Diese finden Sie unter www.weinwelt.at in den Geschmackskategorien

• weich & beerig

• füllig & fruchtig

• saftig & füllig

• cremig & füllig

TIPP:
Eine besonders große und vielfältige Auswahl an Schokolade und Pralinen finden Sie in den 53 INTERSPAR-Hypermärkten in Österreich. Die passenden Weine gibt es in der INTERSPAR weinwelt.at und unter www.weinwelt.at

Empfehlung

Luque Classic Cream Sherry
0,75 l, Spanien, Andalusien, süß
Best. Nr. 4568414

Die süßen und weichen Aromen in der Nase spiegeln sich im vollmundig-cremigen Körper wider. Eine gut balancierte Cuvée aus Oloroso und Pedro-Ximenez Sherries.

€ 3,99

Fonseca BIN’ 27 Reserva Port
0,375 l, 20 Vol.-%, Portugal, süß
Best. Nr. 4890966

Fonseca nimmt unter den Portweinproduzenten eine führende Position ein. Würzige Kräuter­noten, verbunden mit wunderbaren Kirscharomen bieten ein vielschichtiges Aroma in der Nase und auch am Gaumen. Tipp: Zu Schokolademousse mit Kirschragout.

€ 7,49

Schloss Johannisberger Gelblack Riesling 2004
0,75 l, Deutschland, Rheingau, halbtrocken
Best. Nr. 4348214

Die Südterrassenlage, die sich exakt auf dem 50. Breitengrad inmitten des Rheingaus befindet, ist einzigartig. Seine kraftvollen exotischen Aromen vereinen sich am Gaumen zu einem pikanten Spiel von Süße und Säure. Tipp: Zu Vollmilchmousse mit Orangen.

€ 9,99

Goldstein Trockenbeerenauslese
0,375 l, Burgenland, süß
Best. Nr. 981804

Ein fülliger, sehr harmonischer und extrem konzentrierter Wein. Lang anhaltender Geschmack von getrockneten exotischen Früchten, Karamell und deutliche Honigtöne prägen diesen Wein. Tipp: Zur Sachertorte

€ 8,99

Angerhof-Tschida Schilfwein Muskat Ottonel 2001
0,375 l, Burgenland, süß
Best. Nr. 4442615

Kennzeichen für diese Weine sind deren reintöniger Ausbau sowie ihre bemerkenswerte Frucht, die nach Blütenhonig und Orangen duftet. Am Gaumen offenbart er seinen zarten Schmelz.
Tipp: Weißes Schokoladeparfait mit Mangosauce
Internationale Wine & Spirits Challenge: Goldmedaille

€ 27,99

Taylors 20 Years Old Tawny Port
0,75 l, 20 Vol.-%, Portugal, süß
Best. Nr. 3648629

In der Nase bietet dieser Port ein sehr intensives Karamell- und Fondantbouquet - am Gaumen ist er trotz der kräftigen Süße ausgewogen, elegant und fein balanciert. Tipp: Zu edelherber Schokolade mit getrockneten Früchten und Nüssen

€ 39,99