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Cocktails & Dreams
Superleicht und erfrischend fröhlich: Wie man nach einem kurzen Winter gut in einen langen Sommer startet. Eine Betrachtung über Sprudel und Bitters, Süßes und Saures.
Von Vene Maier.
Ein Aperol-Spritz gehört zu meinen Favorits. Vor allem in der Mixtur, die ich für mich kürzlich (als noch Frühling im Winter war) gemischt habe: Prosecco ins Weißweinglas, ein Stück Zitronenschale (von einer unbehandelten Frucht natürlich), dazu ein Spritzer Aperol und darauf noch ein Schluck Soda. Superleicht und erfrischend fröhlich.
Eine Variante wurde auch gleich ausprobiert und für "gar nicht so schlecht" (Zitat Rosi) bzw. "eigentlich ziemlich gut" (Silvia) befunden: statt Aperol, der ja manchen etwas bitter daherkommt, ein Schuss Sirup von der schwarzen (Bio-)Johannisbeere ins Glas. Ungezuckert kommt das auch sehr gut, die Johannisbeere vulgo Ribisel vulgo Cassis ist ja auch eine herb-bittere Angelegenheit und macht eine schöne Farbe. Gibt ordentlich was her, sozusagen. Aber, damit wir auf dem Teppich bleiben, man kennt diesen Drink schon woher, mit Schampus oder so heißt das dann "Kir Royal" und wurde eine Zeit lang bevorzugt in München konsumiert. Ist aber auch schon wieder eine Weile her.
Jetzt stellt sich sicher gleich die Frage: "Und wo ist der Campari?" Na hier ist der Campari, eh klar. Er heißt - wie ich kürzlich von einer angereisten Persönlichkeit der Münchner Schickeria gehört habe - Venezia-Spritz und besteht so ungefähr aus denselben Zutaten wie der Aperol-Spritz, aber halt mit Campari. Ist ja auch was ganz Feines...
…und hat darüber hinaus auch noch eine nicht minder vornehme Variante: den Maserati. Nach dieser noblen Karrosse benannt, muss der Drink auch sehr spritzig und signalrot sein: Campari, gemixt mit Prosecco und Grapefruitsaft.
Rezept und Zubereitung: 2 cl Campari, 2 cl Grapefruitsaft, 1 Spritzer Zuckersirup mit 5 Eiswürfeln in den Shaker geben, kräftig schütteln. In ein vorgekühltes Sektglas gießen, mit 6 cl Prosecco auffüllen, 1 kleine Bio-Grapefruitspalte als Deko ins Glas geben.
Varianten sind mit Aperol und/oder Mandarinensaft möglich.
Nachdem der kurze Zwischenwintereinbruch wieder vorbei ist und sich ein schöner und warmer Sommer in Aussicht stellt, werden wir diese frischen und zart bitteren Drinks - von denen wir hier einige der Besten und Wichtigsten vorstellen wollen - noch brauchen wie die trockene Landschaft einen frischen Sommerregen.
Noch einfacher als der schon erwähnte Aperol- oder Campari-Spritz sind die Varianten, die schon immer und ewig im Süden getrunken wurden. Etwa ein Averna con Limone, oder - während eines Sardinien-Aufenthalts in Ermangelung eines Daiquiri quasi selbst erfunden - ein Myrtho di Sardegna mit Limettensaft und Tonic-Water, dazu einige Minzeblätter. Geht allemal und rettet hin und wieder Leben.
Ebenfalls ohne weitum bekannten Namen ist eine Mixtur, die der Autor Peter Kruck in seinem informativen Buch "Alcohol - Alles, was Sie darüber wissen sollten" so beschrieben hat:
"Amaretto: Der bekannte italienische Mandellikör, hergestellt aus natürlichen Mandelextrakten, mazerierten Mandelschalen, verschiedenen Geschmacksaromen und Bourbon-Vanille, kam in den Achzigern ganz groß raus, als die Rockband Spliff behauptete, es wäre ein geiles Zeug. Trank man damals, wenn ich mich recht erinnere, gemixt mit Apfelsaft und war immer wieder überrascht, dass es doch irgendwie genießbar war." (Peter Kruck).
Sollten gerade frische Waldbeeren zur Verfügung stehen, dann eignen sich diese sehr gut für einen Russian Spring Punch. 2 cl Wodka, 2 cl Zitronensaft, 1 cl Cassislikör mit 6 Eiswürfeln kräftig shaken. Ein Longdrinkglas zur Hälfte mit gestoßenem Eis füllen, den Drink dazugießen und mit Champagner auffüllen. Zitronenscheibe ins Glas, umrühren, Minzestängel in die Mitte und mit den Beeren umlegen. Mit Trinkhalm servieren.
Und weil wir schon beim Recherchieren sind, findet sich - vielen Dank - auch der Drink Journalist. Dafür folgende Zutaten in den Shaker geben: 3 cl Gin, 1 cl Vermouth rosso, 1 cl Vermouth dry, 2 Spritzer Curacao Triple Sec (Bitterorangenlikör), 2 Spritzer Angostura, 2 Spritzer frisch gepressten Zitronensaft. Lang und kräftig schütteln, durch ein Sieb abgießen. Viel davon trinken. Der letzte Satz steht so nicht im Buch, alles andere schon.
Kurz & bündig:
Ein erfrischender Sommerdrink braucht vier Grund-Zutaten:
1. Bestandteil:
Sprudel, wie der Bobo sagt. Gemeint sind Frizzante, Prosecco, Sekt, Spumante, Cava, Champagner. Wer die Leichtvariante bevorzugt, nimmt noch sprudelndes Wasser, Soda, Mineral oder Tonic dazu.
2. Bestandteil:
Bitters in flüssiger Form. Campari, Averna, Amaretto, Angostura, Cynar etc.
3. Bestandteil:
Zitrusfrüchte. Saft und/oder Schale von Orangen, Zitronen, Grapefruit oder Limetten. Auf die Reife der Früchte achten, süße Früchte sind besser als Zucker oder Sirup!
4. Bestandteil:
Spirits, klar und/oder fassgelagert. Also Whisky, Wodka, Rum, Gin, Schnaps usw.
Rezepte:
Aperol-Sour
1 cl Zuckersirup
4 cl Aperol
3 cl Zitronensaft
2 Dash Bittermandel-Aroma
4 cl Orangensaft
3 cl Lime Juice
Den Shaker zu 3/4 mit Eis füllen und alle Zutaten beigeben. Zitronen- und Orangensaft jeweils frisch auspressen. Kräftig shaken und mit Eis in ein Whiskeyglas füllen. Einen kurzen Trinkhalm ins Glas geben, fertig!
Als Deko zwei Cocktailkirschen und eine halbe Orangenscheibe hinzugeben.
Ähnliche, hiervon abgeleitetete Cocktails sind der Frozen Aperol und der Aperol Misery.
Frozen Aperol
6 cl Aperol
3 cl Zitronensaft
3 cl Orangensaft
3 cl Mandelsirup
Alle Zutaten mit Crushed Ice im Blender kurz mixen und in das Glas schütten. Zur Dekoration eine Orangenspalte an der Schale einschneiden, zwei Cocktailkirschen mit einem Holzspieß durchstechen und an den Glasrand stecken. Ins Glas noch einen dicken Trinkhalm dazugeben. Dieses Rezept ist sehr zu empfehlen: Mandelsirup und Aperol harmonieren bestens!











